Der Basler Krippenweg

Die Adventszeit bedeutet Glück und Stress für den Detailhandel. Im Advent kaufen Menschen mehr und anderes ein, als sonst übers Jahr. Viele Kundinnen und Kunden, die die Geschäfte besuchen, freuen sich darüber, andere zu beschenken und sich beschenken zu lassen. Sie wenden viel Zeit, viel Kreativität und viel Mittel auf, um anderen eine Freude zu machen. Sie drücken damit ihre Dankbarkeit und Wertschätzung aus. Weil aber so viele in denselben wenigen Tagen dasselbe wollen, geraten manche unter Druck, fühlen sich gehetzt, genötigt.

Der Basler Krippenweg lädt ein, den schnellen Lauf immer wieder zu unterbrechen. Die Weihnachtskrippen, die ausgestellt sind, fordern zum Innehalten und Durchatmen ein. Sie tun es diskret und unaufdringlich. Sie erinnern an die alte, schöne Geschichte der Geburt von Jesus. Bis heute wird sie in den christlichen Kirchen als das grosse Geschenk gefeiert, das Gott den Menschen macht. Davon lassen sich glücklicherweise oft auch jene berühren, die eigentlich mit der Kirche und dem, was die Kirche vertritt, nicht (mehr) viel anfangen können.

Diejenigen, die sich beim Basler Krippenweg engagieren, hoffen, dass sie durch ihre Initiative ein wohltuendes Element von Besinnlichkeit beitragen. Und sie erinnern daran, dass aus den ursprünglichen Geschichten um das neugeborene Kind unzählige Geschichten von Liebe und Solidarität, von Freundlichkeit und Grosszügigkeit entstanden sind.

«Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden allen Menschen!» So sangen die Engel, so klingt es durch die Advents- und Weihnachtszeit. Es ist ein guter Wunsch für diese Zeit – und wir hoffen, dass er auch für Sie in Erfüllung geht.

Für den Verein Pro Krippenweg Basel
Pfr. Benedict Schubert


Ein Stern leuchtet auf

Seit jeher haben Reisende sich mit Hilfe der Sterne zurechtgefunden und auch in Wüsten oder auf dem Meer die Orientierung nicht verloren. Sterne in der Adventszeit sollen uns dorthin leiten, wo unsere Sehnsucht gestillt, unsere Hoffnung erfüllt wird. Sie erinnern an den «Stern von Betlehem»: Im Osten, im «Morgenland» sahen sternkundige Männer eine ungewöhnliche Konstellation am Himmel. Sie erkannten darin einen Hinweis, machten sich auf den Weg und fanden das neugeborene Kind – und darin ihr Glück.

Die Heilige Familie – Maria, Josef und das Jesuskind

Das neugeborene Kind ist die Mitte jeder Krippendarstellung. Es heisst nach himmlischer Anweisung «Jesus»; das bedeutet «Befreier», «Retter». Dankbar feiern wir, dass aus dem Kind derjenige wurde, der Menschen aufrichtete, heilte, zurechtbrachte. Damit störte er die herrschende Ordnung so, dass er von den Mächtigen am Kreuz hingerichtet wurde. Doch drei Tage später war Ostern, und er erschien Einzelnen; seither bekennen wir christlichen Kirchen Jesus Christus als den Lebendigen. Maria, die Mutter von Jesus, war ein einfaches Mädchen aus Nazaret im Norden Israels. Ein Engel kündigte ihr an, dass sie auf unglaubliche Weise ihr erstes Kind zur Welt bringen werde. Und seither staunen wir darüber, dass Gott sich mit uns Menschen verbindet und verbündet. Marias Mann Josef steht meist im Hintergrund; in den Berichten über Jesus taucht er bald nicht mehr auf. Josef wurde immer noch älter, schweigsamer, passiver, während Maria dafür immer schöner, blühender, königlicher wurde, weltweit von vielen verehrt als die, die den Retter zur Welt gebracht hat.

Engel

«Engel» heisst eigentlich einfach «Bote». Engel werden als menschliche Gestalten mit Flügeln dargestellt. Damit soll sichtbar werden: Sie überbringen Nachrichten über Distanzen hinweg, die wir von uns aus nicht überwinden können. Sie richten uns etwas aus, worauf wir selbst nicht hätten kommen können. Engel sind Gottes Boten. Wenn Dir ein Engel erscheint, wird etwas klar und das Leben leichter, Du siehst ein Stück Himmel. Wenn Du jemandem mit den Worten dankst: «Du bist ein Engel!», heisst das in der Regel, dass Du zumindest das Rauschen von Engelsflügeln gehört hast.

Die Weisen aus dem Morgenland – die drei Könige

Erzählt wird nur von anonymen Sternkundigen, von «Weisen aus dem Morgenland». Doch weil dabei berichtet wird, dass sie dem Kind drei wertvolle Geschenke brachten, wurden sie zu den «drei Königen». Legenden kennen sogar ihre Namen: Caspar, Melchior und Balthasar. Einer von ihnen ist in der Regel dunkelhäutig, ein anderer trägt manchmal asiatische Züge. Aus der ganzen damals bekannten Welt kommen sie, um das Kind anzubeten und ihm Gaben zu bringen, die uns begreifen lassen, wer Jesus ist: Gold steht für den König, Weihrauch für den Priester, Myrrhe für den Heiler, den Arzt.

Hirten

Die Arbeit der Hirten galt zu der Zeit, als Jesus zur Welt kam, als Drecksarbeit; sie selbst und das, was sie taten, hielt man für unsauber, obwohl alle darauf angewiesen waren. Gleichzeitig ist das Bild vom «Guten Hirten» nicht eine späte romantische Erfindung, sondern ein uraltes Symbol für Geborgenheit, Fürsorge, Treue. In der Heiligen Nacht, als Jesus geboren wurde, versammelten sich ganze Chöre von Engeln, um ausgerechnet einer Gruppe von Hirten mitzuteilen, dass nun der auf der Welt sei, auf den sie und alle schon lange gewartet hätten. Damit macht Gott klar: er wohnt nicht in einem Palast, sondern kommt von unten her zu uns Menschen.

Ochse und Esel, Schafe und Kamele

Schafe und Ziegen kommen mit den Hirten, Kamele als Lasttiere mit den Sterndeutern. Und schon in sehr frühen Krippendarstellungen finden sich ein Ochs und ein Esel. Davon berichtet die Bibel nichts, doch ein altes Prophetenwort kritisiert das Volk, das seinen Gott vergisst: «Noch immer hat ein Ochse seinen Besitzer gekannt und ein Esel die Krippe seines Herrn.» Bis heute betrachten wir es nicht als Kompliment, als Ochse, Esel, Schaf, Ziege oder Kamel bezeichnet zu werden. Die wir für Esel oder Kamele halten, laden wir eher nicht zum Fest ein; an der Krippe haben sie indessen ebenfalls ihren Platz.

Woher wir das alles wissen

An Weihnachten feiern die christlichen Kirchen die Geburt von Jesus Christus als Wunder und als Geschenk Gottes an die Menschen. Weihnachtskrippen haben ihren Ursprung in den zwei biblischen Erzählungen, die von dieser Geburt von Jesus berichten. Diese beiden Erzählungen sind in der Bibel am Anfang des Matthäus- und des Lukasevangeliums im Neuen Testament zu finden. (Bibeln gibt es in unterschiedlichen Übersetzungen – lassen Sie sich in der Buchhandlung oder in einer Kirche beraten. Auch über das Internet sind Bibeln zugänglich, beispielsweise über www.die-bibel.de für deutsche Bibeln oder über www.biblegateway.com für Bibeln in vielen Sprachen.) Matthäus berichtet von der Schwangerschaft Marias, von der Geburt von Jesus, vom Besuch der Sterndeuter und der anschliessenden Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Lukas erzählt davon, wie Maria durch einen Engel von ihrer Schwangerschaft erfuhr, wie das junge Paar aufgrund administrativer Schikanen durch das römische Imperium nach Betlehem reisen musste und nur in einem Stall unterkam, wo Maria das Kind Jesus zur Welt brachte. Dort wurde sie von Hirten besucht, die ihrerseits von der wunderbaren Geburt durch Engel erfahren hatten.

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